Theorie vs. Praxis

Oft fragen mich Freunde, warum ich während meines Studiums ein ganzes Semester keine Vorlesungen habe und dafür ein Praktikum absolvieren muss. Die Antwort darauf ist ganz eifnach: Ziel des Praktikums ist es, Studieninhalte einzubringen, Gelerntes anzuwenden und so Defizite feststellen zu können, die im weiteren Studienverlauf aufgearbeitet werden sollten. Doch was genau sind Studieninhalte?

Ich finde es sehr schwierig, genau zu definieren, welche Studieninhalte ich einbringen und anwenden kann. Bildbearbeitung und Videoschnitt habe ich z.B. auch vor den Modulen Visuelle Kommunikation I & II im dritten bzw. vierten Semester beherrscht und arbeite aktuell im Praktikum damit. Aber sind das nun im Studium gelernte Inhalte? Für andere vielleicht schon, für mich allerdings nicht.

Was mir bisher auf jeden Fall geholfen hat, sind die HTML-Basics, die zum Beispiel in den Modulen Coding & Scripting, Web Applikationen oder auch bei Web Editing vermittelt wurden. Auch Begriffe wie „Scrum“, „Meilensteine“ oder „Sprints“ waren mir dank Projekt- und Wissensmanagement aus dem dritten Semester nicht unbekannt, auch wenn ich die Methoden bisher selbst noch nicht direkt angewandt habe. Die Inhalte der zwei bisher besuchten Lernagenturen, die sich beide um das Thema Social Media gedreht haben, sind für manche Aufgaben ebenfalls hilfreich, da ich die Inhalte dank der praktischen Umsetzung noch gut im Kopf habe. Ich denke, viele theoretisch gelernte Inhalte aus den ersten Semestern sind leider schon wieder in Vergessenheit geraten oder haben gar keinen Bezug zu meinem Praktikum, aber gerade die praktischen Module helfen mir weiter. Also: Lernagenturen top, Erstsemester-Theorien flop.

 

Alles in allem würde ich zu dem Fazit kommen, dass ich das Praktikum auch ohne das Studium Onlinekommunikation gut hätte meistern können. Das Studium öffnet wahrscheinlich dennoch Türen, da es auf den ersten Blick einen fachlich hochwertigen Eindruck macht, wenn man Soziale Medien und Co. studiert und so eine theoretische Ahnung von der Materie hat. Doch das A und O in diesem Bereich ist nicht das theoretische Wissen, sondern die Praxiserfahrung, die damit einhergeht. Da ich generell viel eigenes Interesse im Bereich Social Media, beim Texten und den neuen Medien mitgebracht habe, und auch mit meinem eigenen Gewerbe bereits viele Projekte für Firmen in diesem Bereich umgesetzt habe, denke ich, dass diese Erfahrungen mir deutlich mehr im Praxissemester gebracht haben als das theoretische Wissen des Studiums.

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